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Lücken beim Datenschutz in deutschen Unternehmen

Datenschutz sowie der Schutz sensibler Informationen spielt in deutschen Unternehmen scheinbar nur eine untergeordnete Rolle. Laut einer Studie wird das Thema sogar von jedem zehnten Befragten als unwichtig erachtet. Insbesondere bei Schulungen und Handbüchern müsse nachgebessert werden.

Trotz diverser Datenschutzskandale in den letzten Jahren genießt das Thema Datenschutz in deutschen Unternehmen noch immer einen geringen Stellenwert. Nur etwas mehr als die Hälfte der Datenschutzbeauftragten in deutschen Betrieben hält das Thema für wichtig oder sehr wichtig, zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC). Fast jeder zehnte sei der Auffassung, der Bereich werde im eigenen Betrieb als eher unwichtig angesehen.

"Diese Unternehmen gehen ein erhebliches Risiko ein, denn das Bundesdatenschutzgesetz schreibt vor, dass die Geschäftsleitung den Datenschutzbeauftragten mit den erforderlichen Ressourcen ausstattet", sagte die PwC-Datenschutzexpertin Birthe Görtz. Davon kann jedoch keine Rede sein, wenn nur ein einziger Datenschützer einen Betrieb mit mehreren tausend Mitarbeitern überwachen solle.

Für die Studie wurden vom Marktforschungsunternehmen TNS Emnid im Auftrag von PwC insgesamt 230 Datenschutzbeauftragte der 1000 größten deutschen Unternehmen befragt.Nur wenige Unternehmen leisten sich laut Studie Datenschutzbeauftragte mit einer Vollzeitstelle. In knapp einem Viertel der Betriebe könnten die Datenschützer 91 bis 100 Prozent ihrer Arbeitszeit dem Datenschutz widmen. Im Großteil der Firmen aber hätten die Beauftragten nur 30 Prozent ihrer Arbeitszeit für den Datenschutz zur Verfügung. Ebenfalls würde die Berichterstattung der Datenschutzbeauftragten zur Situation in ihren Betrieben häufig nur sporadisch erfolgen, teilte PwC mit.

 

Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zum Thema Datenschutz gibt es laut PwC bei einem Viertel der befragten Unternehmen. 15 Prozent schulten ihre Mitarbeiter nicht, in 34 Prozent der Betriebe gebe es Einmalschulungen. 24 Prozent der Betriebe führen Datenschutz-Kurse nach Bedarf durch. Viele Unternehmen würden sich auf formale Datenschutzvorschriften wie Betriebsvereinbarungen oder Richtlinien verlassen. Handbücher oder ähnliches gebe es nur in einem Teil der Unternehmen.